{"id":935,"date":"2012-02-24T20:05:22","date_gmt":"2012-02-24T19:05:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.expeditionsnews.ch\/v3\/?p=935"},"modified":"2012-03-15T14:00:20","modified_gmt":"2012-03-15T13:00:20","slug":"sturm-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.expeditionsnews.ch\/v3\/?p=935","title":{"rendered":"Sturm vorbei&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Die letzten paar Tage waren wir schlicht und einfach froh, dass wir das Basislager nicht verloren haben. Seit gestern Donnerstagmittag sieht es wieder gut aus\u2026<\/p>\n<p>Anhand vom Wetterbericht wussten wir, dass wir uns auf Sturm einstellen m\u00fcssen, mit welcher Gewalt er aber \u00fcber uns hereinbricht wussten wir nicht. So gut es ging versuchten wir vorg\u00e4ngig unsere Zelte zu fixieren. Es wurde noch gewitzelt warum ich mir auch so viel Zeit daf\u00fcr nehme. Als es dann am Dienstagnachmittag so langsam richtig zu st\u00fcrmen begann, wurde es allen klar. Unser rund 10m langes Esszelt steht nicht gerade ideal im Wind. Das gem\u00fctliche Nachtessen wurde immer wieder durch das Festhalten des Zeltes unterbrochen.<!--more--><\/p>\n<p>Das mit Bambus extrem fixierte Zelt der Spanier hielt sich sehr gut bis sich das Dach verabschiedete. Unter nicht idealen Bedingungen versuchten wir ein Dach zu improvisieren. Eine schwierige Aufgabe, aufgrund des starken Windes flog n\u00e4mlich kurze Zeit davor flog das Materialzelt weg. Zum Gl\u00fcck haben wir vorg\u00e4ngig alles Material im Zelt drinnen fixiert gehabt.<\/p>\n<p>An Schlaf war nicht zu denken. Um 23:00 Uhr ging ich im mein Zelt. Der Wind war erbarmungslos und auch sehr laut. Um 3:00 Uhr wurde ich geweckt, obwohl geschlafen hatte ich nicht. Wir machten Schichtwechsel im Esszelt. Das K\u00fcchenzelt steht ein bisschen anders. Es steht seit letztem Sommer im Basislager und ist deshalb auch sehr gut am Boden angefroren. Ein Teil der K\u00fcchencrew war aber auch dort die ganze Nacht besch\u00e4ftig das Gest\u00e4nge festzuhalten\u2026<\/p>\n<p>Mittwoch, 22. Feb. 2012: Langsam wurde es hell. Es kann sein, dass es einige Zeit kaum windet und dann wieder einige Sekunden oder Minuten unglaublich B\u00f6en folgen. Darek, unser Kameramann, verl\u00e4sst um 8:10 Uhr das Zelt. Gleichzeitig hat sich eine unglaublich starke B\u00f6e um 180\u00b0 verirrt und l\u00e4sst das Zelt von Janusz in die Luft wirbeln. Nach dem Salto im Schlafsack bleibt er nach 4-5m im komplett zerst\u00f6rten Zelt aber ohne Verletzungen liegen\u2026<\/p>\n<p>Die Zeit vergeht, es wird langsam Mittag. Ich sitze halb schlafend auf dem Stuhl im Esszelt. Zum Gl\u00fcck sitzen wir zu dritt hier, Gerfried, Janusz und ich. Mein Satellitentelefon war eingeschaltet und genau um 12:16 Uhr geht das Licht an und ein SMS kommt von meiner Michaela. In der gleichen Sekunde schleicht sich lautlos eine B\u00f6e an das Zelt. Ich sehe gleichzeitig wie der kleine, 30cm ge\u00f6ffnete Reissverschluss aufreisst und eine weisse Schneewand auf uns zukommt. Es vergehen kaum Sekunden und wir versuchen zu retten was zu retten ist. Ein Teil des Aussenzeltes hat es aufgerissen und verrissen und wir versuchen festzuhalten was man noch kann. Wir rufen um Hilfe. Ishaq, einer unserer K\u00fcchenchefs, schaut zum K\u00fcchenzelt raus. Er erkennt sehr schnell welches Desaster sich gerade abspielt. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit sind alle draussen. Auch die anderen die in den Zelten waren, erreichen wir durch unsere Rufe\u2026<\/p>\n<p>Im Aussenzelt hat das 7m2 grosse Loch dann \u00fcber 3m aufgerissen und ein Teil des Innenzeltes freigelegt. Mit Eisschrauben, Steinen und Kerosinkanister fixieren wir wieder und fangen an zu n\u00e4hen. Gegessen wurde in zwei Schichten und erst Stunden sp\u00e4ter hatte ich dann auch Zeit, das SMS zu lesen welches 12:16 Uhr angekommen ist\u20265 Sekunden dauerte die Windexplosion und rund 5 Stunden unser Esszelt wieder zu fixieren\u2026<\/p>\n<p>Abends konnten wir dann endlich unser Nachtessen geniessen und uns ein bisschen erholen. Zwar wurde es auch immer wieder unterbrochen wegen des Windes. Alle hofften, dass das es endlich vorbei ist mit dem Wind. Ich durfte in mein unversehrtes <a href=\"http:\/\/www.exped.ch\">Exped <\/a>Zelt schlafen gehen. Die anderen schauten, dass immer mindestens zwei Leute wach waren\u2026Vor weit \u00fcber 10 Jahren war nebenan ein sehr grosser Heli abgest\u00fcrzt. Auch der Heli konnte dem Sturm nicht trotzen und hat sich um knapp 40m versetzt\u2026<\/p>\n<p>Der Sturm hat sich im Basislager nun wieder gelegt und jetzt hoffen wir, dass der Wind ihm dies auf 8000m gleich tut\u2026<\/p>\n<p>Windstille Gr\u00fcsse Cedric<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neue Auflage vom Film &#8222;Vom Winde verweht&#8220; &#8230;.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.servustv.com\/cs\/Satellite\/Article\/Der-gro%C3%9Fe-Sturm-011259417357124\">http:\/\/www.servustv.com\/cs\/Satellite\/Article\/Der-gro%C3%9Fe-Sturm-011259417357124<\/a><\/p>\n<p><strong>ngg_shortcode_0_placeholder<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten paar Tage waren wir schlicht und einfach froh, dass wir das Basislager nicht verloren haben. Seit gestern Donnerstagmittag sieht es wieder gut aus\u2026 Anhand vom Wetterbericht wussten wir, dass wir uns auf Sturm einstellen m\u00fcssen, mit welcher Gewalt er aber \u00fcber uns hereinbricht wussten wir nicht. 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