{"id":728,"date":"2011-06-23T13:26:05","date_gmt":"2011-06-23T11:26:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.expeditionsnews.ch\/v3\/?p=728"},"modified":"2011-06-25T17:32:13","modified_gmt":"2011-06-25T15:32:13","slug":"abschlussbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.expeditionsnews.ch\/v3\/?p=728","title":{"rendered":"Abschlussbericht"},"content":{"rendered":"<p>Die Arbeitswelt hat uns zur\u00fcck, aber in Gedanken weilen wir immer noch in Nepal.<br \/>\nKathmandu ist eine lebhafte Stadt, die wir in vollen Z\u00fcgen geniessen. Nicht nur die Affen, auch die verschiedenen Stupas, die vielen feinen Restaurant und nat\u00fcrlich das Shopping im Thamel , in der engen Innernstadt Kathmandus, haben es uns angetan.<br \/>\nNach der letzten Dusche in unserem Hotel Gangjong starten wir endlich zur lange vorbereiteten Expedition. Auf dem Flug nach Bhadrapur sehen wir zum ersten Mal unser Ziel.\u00a0 Jeeps warten auf uns und bringen uns nach Tharpu. Zuerst fahren wir auf einer asphaltierten Strasse viele H\u00fcgel hinauf und wieder hinunter. Irgendwann wird die Strasse zunehmend schlechter, doch nach etwa acht Stunden erreichen wir unser Ziel. Zurzeit wird an vielen Orten an den Strassen gebaut und \u00fcber kurz oder lang werden sie alle asphaltiert sein. <!--more-->Endlich geht das Trekking los und mit grossen Schritten ziehen wir davon. Durch Reis- und Maiskulturen, durch Bambus- und Rhododendronw\u00e4lder f\u00fchrt uns der Weg hinauf und leider auch wieder hinunter. Zum Gl\u00fcck steigt es irgendwann nur noch an! T\u00e4glich wandern wir f\u00fcnf bis sechs Stunden bis zum n\u00e4chsten Lager. Da uns die Tr\u00e4ger mit ihren schweren Lasten nicht folgen k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir das wichtigste Material selber tragen. Wir \u00fcbernachten in den Lodges und essen bei den Einheimischen. Je h\u00f6her wir kommen, desto k\u00e4lter wird es. Leider fehlen uns noch die Daunenjacken, die in der Last eines Tr\u00e4gers verstaut sind. Wir stehen auf 4500m, es schneit und die Porters sind noch weit hinter uns. Ein bisschen erk\u00e4ltet, entscheiden wir uns, auf unser Material zu warten. Am 21.April k\u00f6nnen wir gut ausger\u00fcstet die beiden letzten Etappen unter die F\u00fcsse nehmen und kommen endlich ins Basislager auf 5500m.<\/p>\n<p>Alle andern Expeditionen haben bereits ihre Zelte aufgestellt und erste Erkundigungstouren am Berg unternommen. Uns bleibt nur wenig Platz f\u00fcr unseren riesigen Palazzo! Aber auf einem gro\u00dfen Stein f\u00fcnfzig Meter unterhalb des Esszeltes finden wir einen passenden FelsvorsprungJ.<\/p>\n<p>Und schon studieren wir den Weiterweg. Wo geht\u2018s hoch? Die Spur zu Lager 1 auf 6200m sehen wir schon. Wow, \u00a0wie steil sie ist! Ihr Anblick beeindruckt uns sehr! Zwei Tage sp\u00e4ter m\u00fcssen wir diesen Weg spuren und klettern bis ins L1, wo wir einiges an Material deponieren. Schnell steigen wir wieder ab. Ein paar Tage sp\u00e4ter nehmen wir den gleichen Aufstieg wieder in Angriff, aber jetzt mit Essen f\u00fcr vier Tage. Wir bleiben eine Nacht in L1, dann geht es weiter auf den Gletscher hinunter und\u00a0 durch eine Spaltenzone. Wir spuren bis zu L2 auf 6400m. Am n\u00e4chsten Morgen bauen wir unser Camp ab und steigen bis unter den sogenannten Serac. Auf 6800m stellen wir unser Zelt erneut auf und verbringen dort zwei N\u00e4chte. Bevor wir ins BC absteigen, \u00a0vergraben wir unser Material. Ganz leicht laufen wir zur\u00fcck.<br \/>\nIm BC geniessen wir die Dusche und essen, soviel wir k\u00f6nnen, um wieder Kraft zu tanken. Der viele Spinat verhilft uns zu voller Energie f\u00fcr die n\u00e4chste Akklimatisationsetappe. Zum dritten Mal steigen wir den Fixseilen entlang \u00a0zu L1. Weiter gehen wir im Zickzack ins L2 und weiter hoch zu unserem Lagerplatz auf 6800m. Alles ist tief verschneit. Zum Gl\u00fcck finden wir unser Material wieder, welches den grossen Schneefall gut \u00fcberstanden hat! Nach einer kalten Nacht wartet der gro\u00dfe Serac auf uns. Wir finden einen neuen Weg, der zwar etwas l\u00e4nger,\u00a0 daf\u00fcr nicht so steil ist. Weil zu viel frischer Schnee liegt und wir nur langsam vorw\u00e4rts kommen, schlafen wir auf 7000m. Es ist ein grosser Vorteil, wenn man selbst alles auf dem R\u00fccken tr\u00e4gt, denn dann kann man das Lager aufschlagen, wo man will. Am andern Tag bew\u00e4ltigen wir noch eine steile Stufe und erreichen dann das Plateau, von wo wir einen perfekten Blick auf den weiteren Weg haben. Wir gehen an L3 vorbei und schlafen hundert Meter h\u00f6her auf 7200m. Es windet und schneit die ganze Nacht. Am n\u00e4chsten Morgen ist es extrem kalt. So schnell es geht, \u00a0machen wir uns bereit und steigen ins BC ab. Es ist nicht einfach, mit frierenden H\u00e4nden abzuseilen!<\/p>\n<p>Um uns zu erholen, ben\u00f6tigen wir wieder ein paar Tage im BC. Wir besch\u00e4ftigen uns mit Socken waschen, jassen, Fondue kochen und \u201eCr\u00e8me br\u00fbl\u00e9e\u201c schlemmen. W\u00e4hrend der ganzen Zeit verfolgen wir auch den Wetterbericht. Wir vergleichen die unterschiedlichen Vorhersagen, die starken Wind oder Wolken und Schneefall\u00a0 prognostizieren.<br \/>\nDer \u00a0Gipfeltag ist f\u00fcr den 18. Mai geplant. Voll motiviert verlassen wir das BC und steigen in einem Tag bis ins L2 hoch und am n\u00e4chsten Tag weiter ins L3. Welch eine \u00dcberraschung wartet uns hier! Die Spalte vor L3 ist jetzt doppelt so gross wie vorher. Ein Teil der Schneebr\u00fccke ist zusammengebrochen. Mit Hilfe einer Leiter k\u00f6nnen wir die Spalte bequem \u00fcberqueren. Ab L3 werden unsere Rucks\u00e4cke schwer, denn nun tragen wir Essen und Material mit uns. Mit zunehmender H\u00f6he nimmt unser Tempo ab. R\u00e9gine, die seit L2 alles erbricht, was sie isst oder trinkt, entscheidet sich nach der Nacht auf L4 zur Umkehr. H\u00f6her oben w\u00fcrde sie noch viel Energie und Konzentration ben\u00f6tigen, die ihr ohne Nahrung fehlen w\u00fcrden. Nach drei Tagen ohne Essen w\u00e4re dies zu gef\u00e4hrlich!<br \/>\nKurzfristig entscheiden sich alle andern Expeditionsteilnehmer f\u00fcr den 19.Mai als Gipfeltag. Dies beschert Cedric einen unn\u00f6tigen Wartetag \u00a0in L4, denn es ist schwierig, \u00a0ohne Sauerstoff und ganz auf sich selbst gestellt \u00fcber 1000 H\u00f6henmeter auf den Gipfel zu spuren.<br \/>\nAm 18. Mai, abends um 10 Uhr, verl\u00e4sst er das Zelt. Schon nach kurzem geht es steil hoch und er folgt wieder den Fixseilen, welche in den letzten Wochen von den verschiedenen Expeditionen vielerorts unn\u00f6tigerweise bis auf eine H\u00f6he von knapp 8000m verlegt worden sind. Jetzt, wo es ein grosser Sicherheitsgewinn gewesen w\u00e4re, liegen keine mehr. Es kommen nur noch ab und zu ein paar alte zum Vorschein.<br \/>\nDas grosse Couloir will nicht enden. Auf 8200m wird der Schnee sehr hart und die ganze Gruppe diskutiert kurz \u00fcber den Weiterweg. Die H\u00e4lfte der verbliebenen Bergsteiger entscheidet sich dort zur Umkehr. Cedric steigt weiter hoch durch Fels und Eis, nicht sehr schwierig, aber doch kr\u00e4fteraubend auf dieser extremen H\u00f6he! Kurz vor 10 Uhr steht er nach zw\u00f6lf Stunden anspruchsvollem Aufstieg ohne Hilfe von Sauerstoff auf dem Gipfel des Kanchenjunga auf 85 86m!<br \/>\nNach ein paar Foto- und Filmaufnahmen fordert der Abstieg von ihm nochmals volle Konzentration. Vier Stunden sp\u00e4ter ist er schon zur\u00fcck in L4, wo er endlich etwas trinkt und sich dann schlafen legt. Am n\u00e4chsten Morgen packt er alles Material zusammen und steigt mit \u00fcbervollem Rucksack ins Basislager ab. Hier bleibt ihm keine Zeit zum Feiern, denn schnell wird alles zusammengepackt.<\/p>\n<p>Schon am n\u00e4chsten Tag verlassen wir das BC. W\u00e4hrend des Marsches zur\u00fcck \u00a0in die Zivilisation legen wir immer zwei Etappen in einem Tag zur\u00fcck. Verwundert stellen wir fest, wie sich die Natur in einem Monat ver\u00e4ndert hat. Alles ist gr\u00fcn und bl\u00fcht in vielen Farben. Uns alle dr\u00e4ngt es nach Hause. Um einen Tag zu gewinnen, verbringen wir sogar die achtst\u00fcndige Busfahrt bei Nacht. Schnell erreichen wir so wieder \u00fcber Bhadrapur Kathmandu, buchen den Flug um und sitzen einen Tag sp\u00e4ter schon im Flugzeug Richtung Schweiz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Arbeitswelt hat uns zur\u00fcck, aber in Gedanken weilen wir immer noch in Nepal. Kathmandu ist eine lebhafte Stadt, die wir in vollen Z\u00fcgen geniessen. 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