{"id":104,"date":"2006-06-29T00:00:04","date_gmt":"2006-06-28T22:00:04","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.100.200\/cediv3\/?p=104"},"modified":"2009-09-18T18:43:36","modified_gmt":"2009-09-18T16:43:36","slug":"hochlager-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.expeditionsnews.ch\/v3\/?p=104","title":{"rendered":"Hochlager 1"},"content":{"rendered":"<p>Ihr habt schon lange nichts mehr geh\u00f6rt. Bei uns ist das Hochdruckwetter fast schon be\u00e4ngstigend. Leider wird es im Laufe von morgen auch zu Ende gehen, der Jetstream wird uns erreichen und uns hoffentlich nicht die ganze Arbeit am Berg zunichte machen.<!--more--><\/p>\n<blockquote id=\"news9\" style=\"margin: 0px; display: block;\"><p>Der Weg vom Basislager in unser vorgeschobenes Basislager ist ein sehr m\u00fchsamer und steiniger. Zuerst m\u00fcssen wir den besten Weg durch den Gletscher auf die andere Seite finden. Von dort f\u00fchrt der Weg immer hinauf und hinunter, bis wir schliesslich 400m h\u00f6her auf 4800m und knapp 20km weiter vom Basislager entfernt sind. Nach sechs Stunden Marsch mit den schweren Rucks\u00e4cken erreichen wir endlich unser ABC.<br \/>\nDen Wunsch nach dem k\u00fcrzesten und direktesten Weg durch den Gletscherabbruch m\u00fcssen wir sehr schnell vergessen. Zuerst rauscht auf der linken Seite eine Lawine herunter, also weichen wir auf die rechte Seite aus. Kurz darauf donnert auch hier eine herunter. Abends um 9Uhr rast eine Lawine \u00fcber alles hinweg bis weit in die Ebene hinaus&#8230; Die Lawinen bedrohen uns immer und \u00fcberall!<br \/>\nDie Gletscherabbr\u00fcche an dieser Nordflanke sind gewaltig. Es herrscht kein Tag ohne bedrohliches Get\u00f6se. So bleibt uns nichts anderes, als irgendwie den sichersten Weg zu finden. Bereits am n\u00e4chsten Tag gehen wir daran, eine 500Meter hohe Wand zu erkunden. Sie f\u00e4ngt sehr gem\u00e4chlich an. Die letzten 200m sind blankes Eis und gegen sechzig Grad steil. Michi, Hans und ich verlegen aus Sicherheitsgr\u00fcnden und um schneller wieder an Ort zu sein im Abstieg 450m Fixseile. Der Weg ins Lager1 ist offen! Ueli, Steph und Lolo bringen Material ins Lager1 und erkunden weiter den Weg nach oben. Es wird ein sehr strenger zweiter Teil werden!<br \/>\nNach einem Ruhetag im ABC und unseren letzten guten Spaghetti steigen wir am folgenden Tag ins Hochlager 1 auf 5750m auf. Michi bleibt hier zur\u00fcck, w\u00e4hrend Hans und ich weitersteigen. Schnell erreichen wir den Umkehrpunkt der andern. Ich steige die 180m hohe, immer steiler werdende Schneeflanke hoch. Sicherungen kann ich nur sehr sp\u00e4rlich anbringen. Das \u00dcberklettern der Eispilze und der anschliessende Bergschrund gestalten sich als sehr schwer! Wir steigen ins HC1 ab und verbringen die erste Nacht in der H\u00f6he. Am n\u00e4chsten Tag verlegt unser Bergf\u00fchreraspirant das Fixseil beim Bergschrund so ungeschickt, dass es f\u00fcr mich kein Durchkommen mehr gibt. Ich steige wieder ins HC1 ab und klettere nochmals mit zus\u00e4tzlichen 300m Fixseil bis zu meiner unbezwingbaren Stelle hoch&#8230; Hans und Michi machen sich nun daran, die sehr steile Fels- und Eiswand zu bezwingen. Nach Schwerstarbeit steigen auch sie wieder ins HC1 ab.<br \/>\nSteph, Ueli und Lolo haben das HC1 erreicht, und Michi steigt noch ins ABC ab. Hans und ich steigen schwer beladen drei Stunden nach den andern drei auch wieder auf. Wir wollen versuchen, das Lager2 einzurichten. An den Fixseilen kommen wir schnell voran. Bald stossen wir aber auf die andern. Ueli k\u00e4mpft drei Stunden lang in einem Couloir mehr oder weniger an der gleichen Stelle. Schliesslich hat er fast kein Material mehr und<br \/>\nmuss an meiner Mammut Lawinenschaufel abseilen. Sie beschliessen, durch das andere Couloir zu steigen, welches uns mit M\u00fch und Not h\u00f6her bringt. Hans und ich stellen auf 6300m das Zelt auf, w\u00e4hrend die andern wieder ins HC1 absteigen. Mit schwerster Spurarbeit und schwer beladenen Rucks\u00e4cken versuchen wir, den Weiterweg zu erkunden. Die Bergschr\u00fcnde bereiten uns am meisten Sorgen. So steigen wir in einer richtigen Zickzack-Linie hoch, um immer wieder einen Weg dar\u00fcber zu finden. Bis f\u00fcnf Mal m\u00fcssen wir an einem Bergschrund ansetzen, bis wir ihn bezwungen haben. Kurz vor unserem Lagerplatz kommt ein Funkspruch von Kari. Er teilt uns mit, dass sich das Wetter am Mittwoch verschlechtern w\u00fcrde. Wir haben alle Schwierigkeiten hinter uns, der Weg nach oben ist offen. K\u00f6nnen wir vorher noch den Gipfel erreichen? F\u00fcr Hans und mich ist es ausgeschlossen, wir sind jetzt seit sieben Tagen pausenlos im Einsatz. Hans spurt noch weiter bis auf 7000m, w\u00e4hrend ich das Zelt auf 6850m jetzt ohne Schaufel aufstelle. Wir zwei haben beschlossen, am n\u00e4chsten<br \/>\nTag ins BC abzusteigen. Steph und Ueli werden von Kari \u00fcberredet, einen Gipfelangriff zu starten. Versuchen k\u00f6nnen wir es, aber wir sind schlecht akklimatisiert, lautet Stephs Antwort&#8230;<br \/>\nIn der Nacht geht es uns trotz der H\u00f6he sehr gut. Wir lassen unser gesamtes Material vom Schlafsack, \u00fcber Kocher, Daunenjacke und Daunenhandschuhe im Lager. Essen k\u00f6nnen wir leider keines da lassen, da wir ja auch fast keines mehr haben. Ein Farmerst\u00e4ngel f\u00fcr zwei Personen ist nicht viel&#8230;<br \/>\nBeim Abstieg kreuzen wir Steph und Ueli und w\u00fcnschen ihnen viel Gl\u00fcck. Im Eiltempo steigen wir ab ins Basislager, wo wir mit R\u00f6sti und Spiegelei herzlich empfangen werden. Wir f\u00fchlen uns wohl in der dicken Luft und verbringen eine erholsame Nacht, einzig geplagt von der Ungewissheit, wie es den andern beiden beim Gipfelsturm gehen wird&#8230; Um 6.30h kommt der ern\u00fcchternde Funkspruch, der uns mitteilt, dass die beiden wegen enorm starker Kopfschmerzen nicht gestartet sind und sich f\u00fcr den Abstieg bereit machen. Vor kurzem sind Steph und Ueli bei uns im Basislager eingetroffen.<br \/>\nIch geniesse den Ruhetag hier&#8230;<br \/>\nJetzt ist Warten angesagt, bis das Wetter es wieder gut mit uns meint&#8230;<\/p>\n<p>En Gruess es em Basislager&#8230;<\/p>\n<p>Bilder kann ich euch leider keine \u00fcbermitteln. Es sind aber einige<br \/>\ngeniale Diabilder entstanden&#8230;<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ihr habt schon lange nichts mehr geh\u00f6rt. Bei uns ist das Hochdruckwetter fast schon be\u00e4ngstigend. 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